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Welches Fett für Pommes? So gelingen sie wie in der Bude

Goldene Pommes frites steigen knusprig aus einer Fritteuse mit heißem, klarem Rindertalg auf, daneben ein Block festes Frittierfett

Das Wichtigste in Kürze

Pommes wie in der Bude sind kein Kartoffel-Geheimnis, sondern eine Fett-Frage: Deutsche Imbissbetriebe frittierten traditionell in Rindertalg. Warum sie gewechselt haben, welches Fett 175-180 Grad Celsius am besten trägt und was eine Session kostet, liest du hier.

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Jan-Lucca Sielski, Gründer und Geschäftsführer von Hero Bites

Gründer & Geschäftsführer von Hero Bites

Welches Fett benutzen Pommesbuden?

Die kurze Antwort: früher Rindertalg, heute fast überall Pflanzenöl. Über Jahrzehnte war ausgelassener Rindertalg das Standard-Frittierfett in deutschen Imbissbetrieben, und auch McDonald's frittierte seine Pommes bis 1990 in einer Mischung aus 93 Prozent Rindertalg und 7 Prozent Baumwollsamenöl, bevor das Unternehmen auf pflanzliches Fett wechselte[1]. Wer heute über 50 ist, erinnert sich oft genau an dieses Aroma: die Pommes von der Bude, herzhaft-würzig, mit einer Note, die nach etwas mehr schmeckte als nur nach Kartoffel. Das war kein Zufall der Zubereitung. Das war das Fett.

Warum wurde dann gewechselt? Aus zwei Gründen, und keiner davon hatte mit der Pommes-Qualität zu tun: Erstens wurde tierisches Fett ab den Fünfzigerjahren pauschal in ein schlechtes Licht gerückt, was die Nachfrage einbrechen ließ. Zweitens wollten Imbisse mit einem einzigen Fett auch vegetarische Produkte wie Kartoffelkroketten oder frittierte Snacks abdecken, ohne dass sich Gäste fragen mussten, was darin frittiert wurde. Dazu kam schlicht der Preis: Pflanzenöl war in großen Mengen billiger geworden. Der Wechsel war also eine Kosten- und Zielgruppenentscheidung, keine geschmackliche.

  • Talg-Ära: Über Jahrzehnte war Rindertalg das Standard-Frittierfett in Pommesbuden, McDonald's frittierte bis 1990 in Rindertalg[1].
  • Wechselgründe: Kosten, das schlechte Image tierischer Fette und Rücksicht auf vegetarische Gäste, nicht die Frittier-Qualität.
  • Heute: In den meisten Buden landen raffinierte Pflanzenöle wie Raps- oder Sonnenblumenöl in der Fritteuse.

Das Originale bekommst du heute im Supermarktregal praktisch nicht mehr. Bio-zertifizierten Grass-Fed-Rindertalg, wie ihn Hero Bites Premium Beef Tallow bietet, suchst du im LEH meist vergeblich. Genau diese Lücke macht es interessant: Wenn du das Bude-Aroma willst, führst du kein Rezept nach, sondern ein Fett wieder ein, das die Branche vor 30 Jahren aufgegeben hat.

Warum schmecken Pommes in Rindertalg anders?

Weil Fett kein neutraler Wärmeüberträger ist, sondern ein Geschmacksträger: Frittierte Lebensmittel nehmen einen nicht unerheblichen Anteil des Frittierfettes auf. Alles, was in deinem Fett steckt, landet also auch in deiner Pommes. Die Kartoffel ist der Körper, das Fett ist die Stimme.

  • Aromaträger: Beim Frittieren gibt das heiße Fett Aromastoffe ans Frittiergut ab, die Kruste speichert sie.
  • Bude-Aroma: Rindertalg verleiht Pommes die typische herzhafte, leicht fleischige Note, die viele mit der Pommesbude ihrer Kindheit verbinden.
  • Neutral vs. eigenwillig: Raffinierte Pflanzenöle sind geschmacksneutral, kaltgepresste Öle haben einen ausgeprägten Eigengeschmack und sind wegen ihres niedrigeren Rauchpunkts zum Frittieren nur bedingt geeignet.

Genau deshalb schmecken Backofenpommes und Fritteusenpommes aus Sonnenblumenöl so konsequent nach wenig: Das raffinierte Öl ist auf Neutralität optimiert. Rindertalg dagegen hat eine eigene, aber unaufdringliche Aromatik, die Kartoffel und Salz unterstützt statt zu überdecken. Wenn du Pommes wie in der Bude willst, ist das der Hebel, an dem du drehen musst.

Welches Fett ist am besten für Pommes?

Für 175 bis 180 Grad Celsius im Topf braucht dein Fett vor allem eines: Hitze-Stabilität. Die Stiftung Warentest hat 13 Fette und 10 Öle bei zweistündiger Dauerhitze von 170 Grad in der Fritteuse getestet: Sämtliche festen Fette blieben stabil, während nur manche Öle sich überhaupt zum Frittieren eigneten[2]. Besonders anfällig sind Öle mit hohem Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren: Sie oxidieren bei hohen Temperaturen besonders schnell und bilden dabei toxische Aldehyde, weshalb Frittieröle generell sehr wenig davon enthalten sollten[3]. Als Faustregel fürs Hocherhitzen gilt: Öle mit über 60 Prozent einfach ungesättigten und unter 20 Prozent mehrfach ungesättigten Fettsäuren[2].

KriteriumRindertalg (Beef Tallow)Sonnenblumenöl
Instabile PUFAs3 bis 4 %[1]rund 65 %[4]
Rauchpunktrund 250 °C[1]rund 210 °C (raffiniert)[4]
Verhalten bei Dauerhitze (170 °C, Stiftung Warentest)festes Fett, blieb stabil[2]nur manche Öle überhaupt frittiergeeignet[2]
Geschmackherzhaft, leicht fleischigneutral

Der Unterschied liegt in der Chemie. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren haben mehrere Doppelbindungen, an denen Sauerstoff angreift. Bei Frittierhitze zerfallen diese oxidierten Fettsäuren weiter in Aldehyde, und Untersuchungen von Grootveld und Kollegen zeigen, dass diese Aldehyde zusammen mit dem Öl ins Frittiergut übergehen und damit mitgegessen werden[3][5]. Je mehr PUFAs dein Fett enthält, desto schneller läuft dieser Prozess. Rindertalg kommt mit nur 3 bis 4 Prozent instabilen PUFAs aus[1], Sonnenblumenöl bringt rund 65 Prozent mit[4]. Dazu passt: Das Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis der Ernährung ist ein eigenes Forschungsfeld, das Simopoulos in Übersichtsarbeiten ausführlich beschrieben hat[6], und Grass-Fed-Rindertalg liegt mit etwa 1,4:1 deutlich entspannter als typische Seedoil-Produkte[7].

Sachlich gesagt heißt das: Raffiniertes Rapsöl ist eine vertretbare, neutrale Wahl. Wenn du aber das beste Fett für Pommes suchst, also Hitzestabilität, wenig instabile Fettsäuren und das Original-Aroma in einem, führt an Rindertalg kaum ein Weg vorbei. Einen ehrlichen Vergleich über vier Kriterien haben wir dir im Bratfett-Vergleich aufbereitet.

Wie heiß muss das Fett für Pommes sein?

Die Temperatur entscheidet, ob deine Pommes knusprig werden oder in Öl schwimmen. Der Rahmen ist klar: Das Fett wird erst kurz vor dem Frittieren erhitzt, die Temperatur sollte 180 Grad Celsius nicht überschreiten, und dein Fett sollte einen Rauchpunkt von mindestens 200 Grad Celsius haben, besser noch mehr, denn rauchendes Fett kann Acrolein bilden. Für Pommes im Stil der Bude fährst du mit einer Frittiertemperatur von 175 bis 180 Grad Celsius richtig: heiß genug für die goldene Kruste, weit genug unter der Rauchpunkt-Grenze deines Fettes.

  1. Vorgaren bei 150 bis 160 Grad Celsius: Die Pommes werden innen gar, bleiben aber noch blass.
  2. Ausbacken bei 175 bis 180 Grad Celsius: Jetzt entsteht die goldene, knusprige Kruste.
  3. Nicht über 180 Grad Celsius: Darüber beschleunigt sich der Verfall des Fettes, und die Acrylamidbildung steigt.
  4. Thermometer nutzen: Rund vier Minuten im heißen Fett reichen, damit die Pommes innen gar und außen knusprig sind.

Hier zahlt der Rauchpunkt dein Sicherheitspolster aus: Rindertalg raucht erst bei rund 250 Grad Celsius[1], du arbeitest also mit 175 bis 180 Grad Celsius weit unterhalb seiner Grenze. Öle mit deutlich niedrigerem Rauchpunkt haben diese Reserve nicht.

Was kostet eine Frittier-Session zu Hause?

Weniger, als die meisten denken, wenn du das Fett mehrfach nutzt. Ein 300-Gramm-Block Premium Beef Tallow füllt eine kleine Fritteuse oder trägt mehrere Topfdurchgänge, weil du das Fett wieder verwendest.

  • Anschaffung: 300 g Bio Grass-Fed Premium Beef Tallow kosten aktuell 16,99 €.
  • Wiederverwendung: Frittierfett kann mehrmals verwendet werden, es muss nach jedem Frittiervorgang durch ein feines Sieb gefiltert und gekühlt gelagert werden.
  • Wechsel-Rhythmus: Als Faustregel sollte das Fett nach etwa dreimaliger Verwendung gewechselt werden, spätestens wenn es schlecht riecht oder beim Erhitzen raucht.
  • Beispielrechnung: Bei drei Sessions aus einem 300-g-Block liegen die reinen Fett-Kosten pro Session rechnerisch im Bereich von rund 5 bis 6 Euro, verteilt über mehrere Portionen Pommes.

Zum Vergleich: Eine Pommes-Portion bei der Bude kostet schnell das Zwei- bis Dreifache davon, und du weißt beim Selbermachen genau, welches Fett drin war. Weil Rindertalg mit seinem niedrigen PUFA-Anteil langsamer abbaut als ein Seedoil, bleibt er über diese drei Durchgänge hinweg auch qualitativ länger auf Niveau. Das ist der Punkt, an dem sich die Hitzestabilität aus dem vorherigen Abschnitt direkt in deinem Geldbeutel zeigt.

In welchem Fett werden McDonald's Pommes frittiert?

Nicht mehr in Talg, das ist die kurze Antwort. Die offizielle Zutatenliste von McDonald's Deutschland nennt für die Pommes frites: Kartoffeln, pflanzliche Öle aus Sonnenblumen und Raps, Dextrose und den Stabilisator Dinatriumdiphosphat, gesalzen wird separat mit jodiertem Speisesalz. Das Frittieröl selbst ist eine Mischung aus Sonnenblumenöl, High-Oleic Sonnenblumenöl, Rapsöl und High-Oleic Rapsöl mit einem Antischaummittel[8].

Interessant ist, wie nah die Kette noch am alten System arbeitet: gefrittet wird in einer Pflanzenölmischung, in der Sonnenblumenöl nur einen kleineren Teil ausmacht. Als Sonnenblumenöl 2022 wegen des Ukraine-Kriegs knapp wurde, reduzierte McDonald's Deutschland genau diesen Anteil vorübergehend weiter und frittierte damit stärker auf Rapsöl-Basis[9]. Der Wechsel von damals weg vom Rinderfett und die Anpassung von 2022 folgen beide der Verfügbarkeit und den Kosten, nicht dem Geschmack.

  • Offizielle Zutatenliste: Kartoffeln, pflanzliche Öle (Sonnenblume, Raps), Dextrose, Stabilisator E450, jodiertes Speisesalz separat[8].
  • Frittieröl: Mischung aus Sonnenblumen-, High-Oleic Sonnenblumen-, Raps- und High-Oleic Rapsöl[8].
  • 2022: Der ohnehin kleine Sonnenblumenöl-Anteil wurde wegen der Knappheit vorübergehend weiter reduziert[9].

Das Fazit fällt deshalb ernüchternd, aber auch ermutigend aus: Auch bei McDonald's frittiert kein Talg mehr, das Original-Aroma der alten Bude kaufst du dir dort nicht zurück. Du holst es dir selbst in die Küche. Mit Bio Grass-Fed Beef Tallow, einem Thermometer und 175 bis 180 Grad Celsius hast du alle Zutaten für Pommes wie früher, und bei Hero Bites bekommst du genau dieses Fett bio-zertifiziert und ohne Seedoil. Wenn du direkt loslegen willst, schau dir das Premium Beef Tallow zum Frittieren an.

Häufig gestellte Fragen

Welches Fett benutzen Pommesbuden in Deutschland?

Früher fast alle Rindertalg, heute überwiegend raffinierte Pflanzenöle wie Raps- oder Erdnussöl. Der Wechsel weg vom Talg erfolgte aus Kosten- und Vegetarier-Gründen, nicht weil das Frittierergebnis besser geworden wäre.

Warum schmecken Pommes in Rindertalg wie aus der Bude?

Fett ist ein Geschmacksträger und wird vom Frittiergut aufgenommen, das Fett prägt also den Eigengeschmack direkt. Rindertalg gibt Pommes das herzhafte, fleischige Aroma, das viele mit klassischen Imbiss-Pommes verbinden, während raffinierte Öle geschmacksneutral sind.

Welches Fett ist am besten für Pommes zu Hause?

Ein hitzestabiles Fett mit wenig mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Rindertalg hat nur 3-4 Prozent instabile PUFAs und einen Rauchpunkt um 250 Grad Celsius. Alternativ eignen sich Öle mit hohem Ölsäureanteil, etwa raffiniertes Raps- oder Erdnussöl.

Wie heiß muss das Fett für Pommes sein?

150-160 Grad Celsius zum Vorgaren, 175-180 Grad Celsius zum Ausbacken. Die 180 Grad Celsius sollten nicht überschritten werden, und der Rauchpunkt des Fettes sollte bei mindestens 200 Grad Celsius liegen, damit keine gesundheitsschädlichen Stoffe wie Acrolein entstehen.

Kann man Frittierfett wiederverwenden?

Ja. Frittierfett kann mehrmals verwendet werden, wenn es nach jedem Durchgang abgekühlt und gefiltert wird. Als Faustregel gilt ein Wechsel nach etwa drei Verwendungen, spätestens wenn es schlecht riecht oder beim Erhitzen raucht.

In welchem Fett werden McDonald's Pommes frittiert?

McDonald's Deutschland frittiert Pommes in einer Pflanzenölmischung. Die Zutatenliste nennt Kartoffeln, Rapsöl und jodiertes Speisesalz; 2022 wurde die Mischung wegen des Sonnenblumenöl-Mangels Richtung Rapsöl geändert. Rindertalg kommt dort nicht mehr zum Einsatz.

Quellen

  1. [1]en.wikipedia.org
  2. [2]test.de
  3. [3]pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  4. [4]de.wikipedia.org
  5. [5]pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  6. [6]pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  7. [7]westonaprice.org
  8. [8]mcdonalds.com
  9. [9]n-tv.de
  10. [10]pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  11. [11]laves.niedersachsen.de
  12. [12]pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

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