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Wo es Chips ohne Sonnenblumenöl zu kaufen gibt

Chipstüte neben einem Regal mit Kartoffelchips im Supermarkt, eine Hand dreht die Packung, um die Zutatenliste auf der Rückseite zu lesen

Das Wichtigste in Kürze

Kurze Antwort: Im deutschen Filialhandel gibt es praktisch keine saatölfreien Chips. Rewe, Edeka, dm und Bioläden frittieren fast alles in Sonnenblumenöl, auch in Bio-Qualität. Hier steht, welche Ausnahmen es gibt und wo du sie wirklich bekommst.

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Jan-Lucca Sielski, Gründer und Geschäftsführer von Hero Bites

Gründer & Geschäftsführer von Hero Bites

Gibt es Chips ohne Sonnenblumenöl bei Rewe oder Edeka?

Kurz und ehrlich: Nein, im regulären Regal nicht. Wenn du bei Rewe oder Edeka vor dem Chipsregal stehst und die Zutatenlisten drehst, findest du fast ausschließlich Kartoffelchips, die in Sonnenblumenöl frittiert sind. Das gilt auch für die Eigenmarken wie Gut & Günstig, Ja! und K Classic. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel frittiert seine gesamte Chipskategorie praktisch durch die Bank in Sonnenblumen- oder Rapsöl, und daran ändert auch die Markenauswahl nichts.

Wie wackelig die Frittierfett-Deklaration im LEH sogar sein kann, hat die Verbraucherzentrale Hamburg dokumentiert: In einer Stichprobe vom April 2023 verarbeiteten die Hersteller in 12 von 13 untersuchten Produkten, bei denen 2022 ein Ölwechsel stattgefunden hatte, weiterhin Palmöl[1]. Fünf davon waren zu dem Zeitpunkt sogar noch in falsch gekennzeichneten Verpackungen im Verkauf, auf denen Sonnenblumenöl als Zutat ausgewiesen war. Wenn du also gezielt nach Chips ohne Sonnenblumenöl suchst, hilft dir die Markenauswahl allein nicht weiter.

Das Fazit für deinen nächsten Supermarkteinkauf:

  • Die Zutatenliste entscheidet, nicht die Marke oder das Preissegment.
  • Erwarte im regulären Regal von Rewe und Edeka praktisch nur Sonnenblumen- oder Rapsöl als Frittierfett.
  • Selbst die ausgewiesene Ölart kann von der Realität abweichen: In der Stichprobe der Verbraucherzentrale Hamburg lagen Produkte mit Palmöl in Verpackungen, auf denen noch Sonnenblumenöl als Zutat stand[1].
  • Wer saatölfrei knabbern will, braucht andere Bezugswege als den Filialhandel um die Ecke.

Was führen dm und Bio-Märkte in dieser Kategorie?

Auch bei dm, denn's Biomarkt und im Reformhaus löst sich die Suche nicht zuverlässig auf. Gelistet sind dort vor allem Bio-Kartoffelchips, und für die wird laut dem Bio-Fachmagazin Schrot&Korn heutzutage fast ausschließlich high-oleic Sonnenblumenöl verwendet; Kokosfett oder Olivenöl kommen erst neuerdings manchmal zum Zug. Rund ein Drittel der Rezeptur ist dabei Fett, egal ob bio oder konventionell[2]. Das Bio-Label sagt dir also, wie die Kartoffel gewachsen ist, aber nicht, in welchem Fett sie frittiert wurde.

Es gibt Ausnahmen, das ist fair so: Vereinzelt finden sich Bio-Chips, die in Kokosöl oder Olivenöl frittiert sind, etwa von Trafo. Die stehen aber nicht flächendeckend in jeder Filiale, sondern je nach Händler und Sortiment nur in ausgewählten Märkten. Wer sie sucht, macht am meisten Fehler beim blinden Losfahren.

Praktischer Tipp, bevor du einen Einkaufs-Marathon startest:

  • Prüfe das Online-Sortiment des Händlers, bevor du losfährst, denn nicht jede Filiale führt die wenigen saatölfreien Ausnahmen.
  • Lies bei jedem Kandidaten die Zutatenliste auf der Packungsrückseite, nicht nur das Bio-Siegel auf der Vorderseite.
  • Rechne damit, dass high-oleic Sonnenblumenöl der Standard bleibt: Laut Schrot&Korn wird es für Chips heutzutage fast ausschließlich verwendet, Kokosfett oder Olivenöl kommen erst neuerdings vereinzelt zum Zug[2].

Warum löst das Bio-Regal die Frage nicht?

Weil das Bio-Siegel eine Aussage über Anbau und Zusatzstoffe macht, nicht über das Frittierfett. Bio-Sonnenblumenöl ist weiterhin Sonnenblumenöl, und laut Schrot&Korn wird für Chips heutzutage fast ausschließlich high-oleic Sonnenblumenöl verwendet, während rund ein Drittel der Rezeptur produktionsbedingt Fett ist. Wer im Bioladen zur Tüte greift, kauft also sauberere Kartoffeln, aber nicht automatisch ein anderes Fett. Der Zutaten-Guide zu Kartoffelchips ohne Sonnenblumenöl zeigt, worauf du in der Liste wirklich achten musst.

Welche saatölfreien Chips gibt es überhaupt?

Wirklich saatölfrei bleiben zwei Gruppen. Erstens Bio-Chips, die in Kokosfett, Olivenöl oder Bio-Palmfett frittiert werden: pflanzlich, teils raffiniert, aber eben nicht aus Saat gepresst. Zweitens Chips, die in tierischem Fett laufen, also in Grass-Fed Beef Tallow. Grasbasierte Fütterung erhöht laut einem Review im Nutrition Journal den Anteil an Omega-3-Fettsäuren im Rindfleischfett gegenüber Getreidemast[3]. Rapsöl fällt trotz niedrigerem Omega-6-Gehalt heraus, weil Raps eine Saat ist. Welche Öle fachlich als Seedoil gelten, ordnet die Übersicht zu Seed Oils auf Deutsch ein. Beim Frittieren mehrfach ungesättigter Fettsäuren entstehen zudem aldehydische Lipidoxidationsprodukte, deren gesundheitliche Bewertung ein Frontiers-in-Nutrition-Review kritisch aufarbeitet[4], weshalb hitzestabile Fette in dieser Kategorie überhaupt zum Thema werden.

Wo bestelle ich sie stattdessen?

Wenn du nicht weiter durch Filialen laufen willst, bleibt der direkte Weg beim Hersteller. Hero Bites ist nicht im LEH gelistet und liefert innerhalb Deutschlands direkt: Pure Salt besteht aus drei Zutaten, ist bio-zertifiziert und wird in Grass-Fed Beef Tallow frittiert, also ganz ohne Sonnenblumen-, Raps- oder anderes Saatöl. Ehrlich gesagt hat Versandkauf bei Chips seine Nachteile: Du zahlst Versand, wartest ein paar Tage und kannst die Tüte nicht vorher in die Hand nehmen. Dafür weißt du vor dem Öffnen genau, in welchem Fett sie gelaufen ist, und genau das gibt das Regal derzeit nicht her.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es Chips ohne Sonnenblumenöl bei Rewe oder Edeka?

Im regulären Sortiment praktisch nein. Die Chipskategorie des LEH wird fast ausschließlich in Sonnenblumen- oder Rapsöl frittiert, auch bei Eigenmarken. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat zudem dokumentiert, dass 12 von 13 untersuchten Kartoffelprodukten im April 2023 noch Palmöl statt des ausgewiesenen Sonnenblumenöls enthielten. Die Zutatenliste ist also der einzige verlässliche Check.

Hat dm oder der Bioladen Chips ohne Sonnenblumenöl?

Vereinzelt ja, aber nicht verlässlich. dm, denn's und Reformhäuser führen vor allem Bio-Chips, und die werden fast ausschließlich in high-oleic Sonnenblumenöl frittiert. Ausnahmen in Kokosfett oder Olivenöl (z. B. von Trafo) stehen nicht flächendeckend in jeder Filiale, ein Blick ins Online-Sortiment vor dem Ladenbesuch spart den Weg.

Sind Bio-Chips automatisch saatölfrei?

Nein. Bio zertifiziert den Anbau und begrenzt Zusatzstoffe, sagt aber nichts über das Frittierfett. Wer Seedoils meiden will, muss auch im Bio-Regal die Zutatenliste lesen.

Welche saatölfreien Chips gibt es überhaupt?

Im Kern zwei Kategorien: in Kokosfett, Olivenöl oder Bio-Palmfett frittierte Bio-Chips (pflanzlich, teils raffiniert) und in Grass-Fed Beef Tallow frittierte Chips wie Hero Bites Pure Salt mit 3 Zutaten und Bio-Zertifizierung. In Rapsöl frittierte Ware zählt nicht dazu, denn Raps ist selbst eine Saat und damit ein Seedoil.

Warum ist Rapsöl keine saatölfreie Alternative?

Rapsöl ist omega-6-ärmer als Sonnenblumenöl, wird aber aus Rapssaat gepresst und ist damit per Definition ein Seedoil. Für Leser, die industrielle Pflanzenöle komplett meiden wollen, zählt nur Fett, das nicht aus Saat gepresst wird: Kokosfett, Olivenöl (Fruchtfleisch) oder tierische Fette wie Beef Tallow.

Kann ich Chips ohne Sonnenblumenöl selber machen?

Ja, Ofenchips sind die einfachste Variante: Kartoffeln dünn hobeln, mit wenig hitzestabilem Fett bestreichen, salzen und bei moderater Temperatur backen. Der Aufwand ist der Preis für volle Kontrolle über Zutaten und Fett, und du umgehst das Regal-Problem komplett.

Wo bestelle ich saatölfreie Chips in Deutschland?

Direkt beim Hersteller. Hero Bites ist nicht im LEH gelistet und liefert Hero Bites Pure Salt direkt innerhalb Deutschlands: Bio-zertifiziert, 3 Zutaten, frittiert in Grass-Fed Beef Tallow. Ehrlich gesagt: Versand kostet Aufpreis und ein paar Tage Wartezeit, dafür weißt du genau, was drin ist.

Quellen

  1. [1]vzhh.de
  2. [2]schrotundkorn.de
  3. [3]pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  4. [4]pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  5. [5]pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  6. [6]pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  7. [7]pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

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