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Gesunde Snacks bei dm und Rossmann: Zutatenlisten im Check

Drogerieregal mit Bio-Snacks: Nüsse, Trockenfrüchte und Riegeln neben einer Chipstüte, eine Hand hält eine Packung und liest die Zutatenliste

Das Wichtigste in Kürze

Hier lernst du, Eigenmarken wie dmBio und enerBiO nach Zutatenliste, Zucker-Angabe und Fettart zu prüfen, statt nur aufs Bio-Siegel zu schauen.

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Jan-Lucca Sielski, Gründer und Geschäftsführer von Hero Bites

Gründer & Geschäftsführer von Hero Bites

Was ist der gesündeste Snack im Drogerieregal?

Die Drogerie ist längst kein Ort mehr, an dem du nur Shampoo und Zahncreme kaufst. Laut einer YouGov-Studie flossen zwischen Anfang April 2024 und Ende März 2025 bereits 20,6 % des Drogerieumsatzes in Lebensmittel, umgerechnet rund 2,8 Milliarden Euro, und fast die Hälfte dieses Umsatzes entfiel auf Bio-Produkte.[1] dm bietet nach eigenen Angaben mehr als 1.500 Artikel im Bereich Ernährung an.[1] Beim Bio-Umsatz wachsen Drogerien damit deutlich schneller als Supermärkte und Discounter. Für dich als Zutatenleser heißt das: Das Regal zwischen Duschgel und Windeln ist heute eine ernstzunehmende Adresse für Snacks.

Warum wachsen die Drogerien ausgerechnet beim Bio so stark? Zum einen fehlt dort die Frische, also Obst, Gemüse, Joghurt oder Tiefkühlware. Das Trockensortiment, in dem Nüsse, Trockenfrüchte, Müsli, Riegel und Süßes liegen, lässt sich dafür besonders gut in Bio-Qualität anbieten. Zum anderen schätzen viele Kunden die entspannte Einkaufsatmosphäre. Das Ergebnis: Wer gezielt Bio-Snacks sucht, findet in der Drogerie oft mehr Auswahl als im Bioladen um die Ecke.

Welche Snack-Kategorien stehen konkret im Regal? Ein Überblick:

  • Nüsse und Saaten, oft ungesalzen und in Bio-Qualität
  • Trockenfrüchte und Fruchtschnitten als süße Alternative zu Schokoriegeln
  • Müsli, Haferflocken und Vollkornprodukte fürs Frühstück und als Snack-Grundlage
  • Proteinriegel und Sportnahrung für den schnellen Hunger zwischendurch
  • Süßigkeiten und zuckerfreie Bonbons, häufig mit Süßstoffen oder Zuckeraustauschstoffen

Gesund ist dabei keine Kategorie, die dir ein Siegel abnimmt. Die WHO empfiehlt, weniger freien Zucker zu essen und dabei nicht auf Süßstoffe auszuweichen, außerdem mindestens 25 g Ballaststoffe und 400 g Obst und Gemüse am Tag. Übertragen auf das Drogerieregal heißt das für dich als erste Prüfung: möglichst wenig verarbeitet, kurze Zutatenliste, wenig freier Zucker. Genau diese drei Kriterien schauen wir uns im nächsten Abschnitt im Detail an.

Wie prüft man Bio-Eigenmarken nach Zutaten?

Die Bio-Eigenmarken der Drogerien sind groß geworden. dmBio umfasst rund 600 Bio-Lebensmittel, von Nüssen und Trockenfrüchten bis zu Getreide und Hülsenfrüchten.[2] Bei Rossmann ist enerBiO eine von 27 Eigenmarken, die zusammen über 6.000 Artikel umfassen.[3] Das Bio-Siegel dieser Produkte ist ein echtes Qualitätsmerkmal für Anbau und Verarbeitung. Es sagt aber nichts darüber aus, wie lang die Zutatenliste ist, wie viel Zucker drinsteckt oder in welchem Fett ein Produkt frittiert wurde. Genau diese drei Punkte entscheiden für dich als Snacker, ob ein Produkt wirklich sauber ist.

Drei Prüfschritte reichen, um jede Bio-Eigenmarke in unter einer Minute einzuschätzen:

  1. Zutatenliste zählen: Je kürzer die Liste, desto klarer das Produkt. Ein Snack mit fünf Zutaten ist meist ein echtes Lebensmittel, einer mit fünfzehn oft ein konstruiertes Industrieprodukt.
  2. Zucker-Begriffe erkennen: Zucker versteckt sich hinter vielen Namen. Glucosesirup, Traubenzucker, Invertzuckersirup, Maltodextrin oder Süßmolkenpulver tragen alle zum Zuckergehalt bei, auch wenn das Wort Zucker nicht auftaucht.
  3. Fettart suchen: Steht dort Sonnenblumenöl, Rapsöl oder ein anderes Saatöl, dann ist das der entscheidende Punkt für oder gegen einen Snack. Die Fettart verrät dir mehr über die Qualität als jedes Siegel auf der Vorderseite.

Ein wichtiger Hinweis zur Fairness: Wir machen hier keine Aussagen über konkrete Produkte von dmBio oder enerBiO, weil jedes Produkt sein eigenes Etikett hat und sich Sortimente ändern. Die Methode zählt, nicht das Urteil über eine Marke. Nimm die drei Schritte mit in den Markt und wende sie auf die Packung an, die du gerade in der Hand hast. So entscheidest du selbst, was in deinen Einkaufskorb kommt, statt dich auf ein Siegel zu verlassen.

Was bedeutet „zuckerfrei“ bei Drogerie-Snacks?

Die Begriffe auf der Vorderseite sind gesetzlich definiert, und die Grenzwerte sind enger, als viele denken. „Zuckerfrei“ heißt höchstens 0,5 g Zucker je 100 g, „zuckerarm“ höchstens 5 g je 100 g, und „zuckerreduziert“ bedeutet mindestens 30 % weniger Zucker als im vergleichbaren Produkt.[4] Diese Angaben stammen aus der Health-Claims-Verordnung und werden von der Verbraucherzentrale sauber erklärt. Ein Blick auf die Nährwerttabelle lohnt sich trotzdem immer, denn dort steht der tatsächliche Zuckergehalt.

Interessant wird es bei den Zutaten, die den Zucker ersetzen. Süßstoffe wie Acesulfam K, Aspartam, Cyclamat oder Saccharin stehen mit ihrem Namen oder ihrer E-Nummer in der Liste. Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Xylit, Maltit und Isomalt findest du besonders in zuckerfreien Bonbons und zahnschonenden Süßigkeiten. Die meisten Zuckeraustauschstoffe wirken in größeren Mengen abführend, das steht so in der Verbraucherzentrale-Übersicht und ist ein rein sachlicher Hinweis zur Portionsgröße.[5]

Die WHO rät dazu, den Konsum von freiem Zucker zu senken, ohne dabei auf Süßstoffe auszuweichen. Das ist ein nüchterner Rahmen und kein Moralappell. Für dich heißt es praktisch: Wenn du zuckerfreie Drogerie-Snacks kaufst, lies die Zutatenliste mit demselben Blick wie bei jedem anderen Produkt. Frage nicht nur, was nicht drin ist, also Zucker, sondern auch, was stattdessen drin ist. Ein Snack mit kurzer Liste und ohne Süßungsmittel ist meist die ruhigere Wahl als ein Produkt, das Zucker nur durch ein anderes Süßungsmittel ersetzt.

Welche gesunden Snacks sind Sattmacher?

Sättigung am Snackregal entsteht durch zwei Nährstoffe: Ballaststoffe und Eiweiß. Genau diese beiden Bausteine machen einen Snack zu einem Sattmacher statt zu einem kurzen Zucker-Kick. Die gute Nachricht: Im Drogerieregal findest du mehrere Kategorien, die diese Kriterien erfüllen, wenn du auf die Packung schaust.

KategorieWarum sie sättigtWorauf du auf der Packung achten musst
Nüsse und SaatenLiefern Eiweiß, Ballaststoffe und Fett, das lange sättigtUngesalzen wählen, Zutatenliste ohne Zucker oder Glucosesirup, idealerweise nur eine Zutat
Hülsenfrucht-SnacksGeben pflanzliches Eiweiß und BallaststoffeGewürzt statt gesüßt, kurze Liste, kein Zuckerzusatz
Vollkorn-Müsli und -RiegelVollkorn liefert Ballaststoffe für eine gleichmäßige EnergieabgabeZuckergehalt in der Nährwerttabelle prüfen, auf Sirup und Trockenfrüchte in großer Menge verzichten
TrockenfrüchteLiefern Ballaststoffe, aber in konzentrierter Form auch viel ZuckerPortionen klein halten, auf Zuckerzusatz in der Zutatenliste achten
Zuckerfreie Bonbons und SüßesErfüllen den Wunsch nach Süßem ohne ZuckerZuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Xylit oder Maltit in der Liste prüfen, Portionsgröße beachten

Trockenfrüchte verdienen einen eigenen Blick: Weil das Wasser entzogen wurde, entspricht eine Handvoll schnell mehreren Portionen frischem Obst. Wenn du Trockenfrüchte als Snack magst, halte die Portion klein und kombiniere sie mit Nüssen, dann wirkt die Süße weniger isoliert. Die Sattmacher-Logik bleibt immer dieselbe: Ballaststoffe und Eiweiß zuerst, Zucker und Süßungsmittel zuletzt geprüft.

Wo stehen Chips mit drei Zutaten im Vergleich?

Jetzt zur herzhaften Gegenprobe. Chips aus dem Massenmarkt tragen oft 10 bis 15 oder mehr Zutaten und werden in Sonnenblumenöl frittiert, einem Saatöl mit einem hohen Anteil hitzeempfindlicher, mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Auch Bio-Chips sind meist in Bio-Sonnenblumenöl frittiert, denn Bio ändert die Fettsäurestruktur des Öls nicht. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Fettart mindestens so sehr wie der auf die Zutatenzahl.

Warum ist die Fettart so entscheidend? Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind hitzeempfindlicher als gesättigte Fette, deren Peroxidation unter Frittierhitze deutlich langsamer abläuft, wie die peer-reviewte Übersicht von Grootveld (2022) zeigt. Bei der Frittierhitze oxidiert Sonnenblumenöl schneller als ein stabiles Fett, und genau dieser Punkt, nicht der Geschmack, ist der eigentliche Unterschied zwischen Saatöl und einem Fett wie Rindertalg.[6] Wenn du als Snacker ohnehin die Zutatenliste liest, dann schau bei Chips zuerst auf das Frittierfett, denn dort sitzt der größte Qualitätsunterschied.

Ein Beispiel für die kurze Liste: Hero Bites Pure Salt Chips bestehen aus Bio-Kartoffeln, Bio-Weiderind-Talg und Steinsalz, also genau drei Zutaten, und werden in Beef Tallow frittiert statt in Seedoil. Die Chips sind Bio-zertifiziert und online bei Hero Bites erhältlich, nicht in der Drogerie. Wenn du im Drogerieregal kein Frittierfett ohne Seedoil findest, ist die konsequente Ergänzung zu dem, was du dort an Bio-Snacks bekommst.

Die Prüfmethode aus diesem Artikel funktioniert überall, ob Drogerie, Supermarkt oder Online-Shop. Wenn du sie bei jeder Packung anwendest, findest du selbst die Snacks, die zu deinem Anspruch passen, ohne dich auf Siegel oder Marketing zu verlassen.

Häufig gestellte Fragen

Welche gesunden Snacks gibt es bei dm?

Vor allem das Trockensortiment: Nüsse, Trockenfrüchte, Reiswaffeln, Proteinriegel und Süßigkeiten. dm nennt mehr als 1.500 Ernährungsprodukte, davon rund 600 unter dmBio.[1][2] Frisches wie Obst und Gemüse fehlt komplett, dafür ist fast die Hälfte des Lebensmittelumsatzes bio.

Sind dmBio und enerBiO wirklich gesünder?

Das Siegel garantiert ökologischen Anbau, aber keine kurze Zutatenliste. enerBiO ist eine von 27 Rossmann-Eigenmarken mit über 6.000 Artikeln.[3] Entscheidend bleibt die Prüfung vor Ort: Zutaten zählen, Zucker-Begriffe erkennen, Fettart nachschlagen.

Was heißt zuckerfrei auf der Verpackung?

Die drei gesetzlich geschützten Begriffe sind „zuckerfrei“ (max. 0,5 g je 100 g), „zuckerarm“ (max. 5 g) und „zuckerreduziert“ (mind. 30 % weniger als das Vergleichsprodukt).[4] Achtung bei „natursüß“ oder „Süße nur aus Früchten“: Diese Begriffe sind nicht gesetzlich definiert und sagen nichts über den Zuckergehalt aus.

Sind zuckerfreie Süßigkeiten gesünder?

Nicht automatisch. Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Xylit, Maltit oder Isomalt werden zwar insulinunabhängig verstoffwechselt, wirken aber bei den meisten Menschen abführend.[5] Die WHO rät außerdem, freien Zucker zu senken, ohne auf Süßstoffe auszuweichen.[7]

Welche Snacks machen lange satt?

Eiweiß und Ballaststoffe sind die beiden Sättigungsbausteine. Nüsse, Hülsenfrucht-Snacks aus Linsen oder Kichererbsen und Vollkornprodukte liefern beide. Trockenfrüchte sättigen dagegen kaum, weil ihr Zucker konzentriert vorliegt, und gehören in kleine Portionen.

Warum kaufen so viele Leute Lebensmittel in der Drogerie?

Der Anteil der Lebensmittel am Drogerieumsatz ist in fünf Jahren von 16,4 auf 20,6 Prozent gestiegen.[1] Laut einer Mafowerk-Umfrage sind Lebensmittel für 42 Prozent der Befragten der Hauptgrund für den Drogeriebesuch, vor allem wegen des Bio-Angebots und der ruhigeren Einkaufsatmosphäre.

Gibt es Chips ohne Sonnenblumenöl?

Im Drogerieregal bleibt die Fettart der Blindfleck: Auch Bio-Chips stecken meist in Sonnenblumenöl, denn das Bio-Siegel ändert die Fettsäurestruktur nicht. Wer ein stabiles Frittierfett sucht, wird dort selten fündig, online aber schon, etwa bei Chips in Rindertalg mit nur drei Zutaten.[8]

Quellen

  1. [1]oekotest.de
  2. [2]dm.de
  3. [3]unternehmen.rossmann.de
  4. [4]consumer.bz.it
  5. [5]verbraucherzentrale.de
  6. [6]pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  7. [7]who.int
  8. [8]herobites.de
  9. [9]verbraucherzentrale.de

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